Junior LAB

Schnelllern-Helme begeistern auch die Lehrerin

 

HiAZ, 12.06.2015 von Peter Hartmann

Studenten der bringen mit dem Leibniz Junior Lab Schülern die Naturwissenschaft nahe

 

Sandra Höppner studiert Biomedizintechnik an der Leibniz-Universität in Hannover. An diesem Tag aber steht sie vor Ahrberger Grundschülern und fragt sie, was sie gerne mal erforschen

und erfinden würden. Die Antworten sind bunt wie die Schülerschar und reichen von der Zeitmaschine über ein Fahrrad, das von allein fährt und Helme, mit deren Hilfe der Lernstoff in

Sekundenschnelle in die Schülerköpfe strömt (lebhafte Zustimmung von der Lehrerin) bis zum Roboter, „der für mich in die Schule geht“. Sandra Höppner schreibt alles an die Tafel und erklärt den Schülern dann, wie das eigentlich so funktioniert mit Forschung und Technik. Dabei will die junge Frau weder Lehrerin werden noch Erzieherin, aber sie arbeitet ehrenamtlich und freiwillig für das Projekt „Leibniz Junior Lab“ der Universität Hannover. Das rollt durch die Region, macht an

Grundschulen Halt, und dann packen die Studenten allerlei wissenschaftliche Versuche aus, die die Schüler dann selbst nachmachen können. Das soll Verständnis für Naturwissenschaft und

Technik wecken, was auch für Sandra Höppner ausschlaggebend ist. Besonders für sie als junge Frau und angehende Wissenschaftlerin: „Ich möchte vor allem die Mädchen ansprechen und ihnen sagen, dass Technik einfach Spaß macht.“ Sie freut sich darüber, dass sie in der Grundschule Kinder unterschiedlicher Leistungsfähigkeit ansprechen kann.

Auch ihr männlicher Kollege Sebastian Schreiber, Masterstudent der Physik, engagiert sich für das Projekt seiner Universität. Auch er äußert zwar „Heidenrespekt vor den Lehrern“, möchte aber

selbst bei seinen Leisten bleiben. „Die Kinder sollen viel selbst ausprobieren und sich so vielleicht für Naturwissenschaft und Technik begeistern.“ Schreiber holt die Kinder da ab, wo sie vom

Wissen her stehen: Eine Lupe kennen alle, ein Mikroskop auch, denn das gibt es in der Ahrberger Schule. Da ist es nur ein kleiner Schritt zum Elektronenmikroskop, dessen Bild zu sehen ist, und

ein etwas größerer zur größten Maschine aller Zeiten, dem Teilchenbeschleuniger CERN bei Genf in der Schweiz.

 

Nach der Frühstückspause, die sich auch die Studenten verdient haben, geht es in die Praxis: Die Schüler experimentieren mit Licht und Farben, es gibt Bionik, die Kinder arbeiten mit einem kleinen Windkanal und finden selbst heraus, welche Autoform windschnittiger ist, ein Feuertornado wird gezündet und ein Regenbogen leuchtet auf. „Wenn man den Kindern Physik und Chemie nahebringen will, ist es gut, Profis im Hause zu haben“, sagt die Lehrerin Janet Gubitz, die das Projekt in Ahrbergen betreut. Ihre Chefin Heidrun Engel kennt das Angebot der Uni und ist froh, dass die Bewerbung ihrer Schule Erfolg hatte. Und die Kinder können etwas erzählen, was sie der Natur abgeguckt haben und was auch nicht jeder weiß: Die windschnittigste Form eines Autos gibt es schon seit langem in der Natur: Sie muss so aussehen wie der Kofferfisch.

 

 

Gespielt wird unter dem Brett hindurch
Ahrbergen (söh).

Low-T-Ball Turnier in der GS Ahrbergen

HiAZ 9.3.2011

 

Den Schläger sicher in der Hand, die Augen fest auf den Ball gerichtet.
Wie eine Spielszene beim Tennis. Doch etwas ist anders: Die Kinder spielen
nicht übers Netz, der Ball wird stattdessen unter einem Brett hindurchgeschlagen.
An der Ahrberger Grundschule herrscht „Low-T-Ball-Fieber“. Bereits im
Vorjahr hat die Grundschule Ahrbergen in Zusammenarbeit mit demSV Rot-Weiß Ahrbergen und Unterstützung des Niedersächsischen
Tennisverbandes ein Turnier ausgerichtet, bei dem die Grundschüler
jede Menge Spaß hatten. Gespielt wird mit einem Punchingball und kindgerechten Tennisschlägern. Das Spiel ist schnell zu erlernen. Auch
Kinder, die noch nie einen Schläger in der Hand hatten, können so zu sportlichen Erfolgen kommen. Eine Grundregel ist wie beim Tennis: Der Ball muss möglichst in Bewegung bleiben. Punkte gibt es, wenn der Ball ins Aus geht oder zur Ruhe kommt.
Sportlehrerin Julia Magalowski hatte Low-T-Ball während ihres Referendariats
an der Grundschule Flechtorf kennengelernt. „Ich war sofort begeistert, es
war ein tolles Sportevent“, erzählt sie. Die Reaktionen der Kinder zeigen, dass ihre Lehrerin richtig gehandelt hat: „Die freuen sich richtig darauf.“
Aus Bänken wird das Spielfeld hergestellt, und einfache Schläger kommen
zum Einsatz. Die Schüler aus der zweiten bis vierten Klasse kennen das Spiel aus den Jahren davor. Die Erstklässler bekommen ein Zusatztraining, um mithalten zu können. „Die Motorik der Kinder wird gefördert“, erläuterte die Sportlehrerin, „natürlich variieren die Spiele je nach Altersklasse.“
Die Reaktionsschnelligkeit, die Auge-Hand-Koordination und das taktische
Spielverständnis werden geschult. Auch die Beinarbeit. Das freut natürlich ChristaConrady, Helmut Brau,KlausOssowski und Timo Klöpper vom Sportverein, die neben Angela Fietz, Mutter eines Schülers, den Part des Schiedsrichters übernehmen. Klöpper ist nicht nur Tennistrainer, sondern spielt auch zusätzlich beim MTV Harsum in der Oberliga. Spartenleiter Klaus-Jörg Fiehsch half bei der Organisation. Über den Vormittag verteilt gab es
schweißtreibende und emotionsgeladene Spiele, ehe die Sieger in den einzelnen Klassenstufen feststanden. Für die Vorrunde wurden sie in mehrere
Gruppen eingeteilt. Die Ersten der Gruppen kämpften anschließend in den
spannenden Finalspielen um eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille.„Einige sind mir freudestrahlend in die Arme gefallen“, sagte die Ahrberger Lehrerin. Doch den „kleinen Hitzkopf“, der mal den Schläger auf den Boden schmiss, gab es auch.

Den krönenden Abschluss des Turniers bildete eine Siegerehrung mit Klöpper.
Für die Gewinner Lennard Sklarek und Stephanie Schindler (1. Klasse), Mika
Türschen und Anna Weiß (2. Klasse), Jacob Engelke und Denise Sieges (3. Klasse), Tion Manthey und Lorina Ohlmann (4. Klasse) ist der Spaß für dieses Schuljahr noch nicht vorbei. Am 6. Juni treten sie in Großburgwedel im Bezirksfinale gegen die Sieger der zehn anderen Schulen des Bezirks Hannover
an. „Recht wenig für einen so großen Bezirk“, findet Sportlehrerin Julia Magalowski: „Braunschweig ist kleiner, aber es nehmen mehr Schulen teil.“ Selbst in der Hildesheimer Region sind die Ahrberger fast die einzigen, nur in Bockenem und Lamspringe wird ebenfalls Low-T-Ball gespielt.

 

Grundschule auf Wachstumskurs
Ahrbergen (söh). HiAZ 8.2.1011

 

Grund zum Feiern gibt es in der Grundschule Ahrbergen. Nach den abgeschlossenen Bauarbeiten wurden nun neue Betreuungs- und Klassenräume eingeweiht. Schimmelbefall im Keller und Schülerzuwachs waren Gründe zur Veränderung. Schulleiterin Heidrun Engel begrüßte die Gäste. Wo sonst nur Zaungäste „stehend oder unter der Kommode quetschend“ zu sehen sind, waren bei diesem Forum auch die anwesend, die für die Räume gesorgt hatten. Besonders freute sich Engel über die Anwesenheit der Sarstedter Schulleiterin Christine Klein. „Sind ja auch viele, die ins Sarstedter Gymnasium wollen“, sagte Engel und schon rief einer der Schüler „ja, ich“. Sehr zu ihrer Freude, berichtete sie, wurden die Umbaumaßnahmen der Schule einstimmig beschlossen. „Wenn nichts daran getan würde, wäre sie gewiss ein altes Haus“, erzählte Heidrun Engel über die in den 50er Jahren erbaute Grundschule.
Doch viel Erneuerung gab es imGebäude, auf dem Außengelände und auch in
der Pädagogik. „Wir sind up to date, wir sind vielleicht klein, aber gerade einStück gewachsen“. Sie blickte auch mit Stolz auf die Leistung aller an der Schule beschäftigten Personen. Alle könnten sich täglich neu erfreuen über schöne helle neue Klassenräume, das schöne Treppenhaus, die Lese- und Gruppenräume und die doppelten Betreuungsräume. Und bei den Schülern ebenfalls hoch im Kurs: der freie Blick bis nach Sarstedt aus den neuen
Klassenräumen unter dem Dach. Auch Gemeindebürgermeister Andreas
Lücke. „Ich gratuliere euch zu dem, was ihr bekommen habt, es ist ein toller Tag.“ Mit Blick auf das musikalische Forum verriet Lücke, dass er in der Grundschule Flöte lernen musste, jedoch stets nur so tat, als würde er reinpusten. ZumSchluss seiner Rede versprach er den Schülern, dass „die Gemeinde immer für euch da ist“ und wünschte der Grundschule niemals
einen Kindermangel. Zur Zeit besuchen 93 Grundschüler die Ahrberger Schule, nächstes Schuljahr werden es um die 107 sein. „Die Schule hat es verdient, sie wird 60 Jahre alt, aber ist sehr modern“, äußerte Schulelternratsvorsitzender
Mario Gäbel. „Es sind tolle Räume, auf die wir stolz sein können“, sagte er.
Für die Spielmäuse Giesen, die die Nachmittagbetreuung mit zur Zeit sieben
Kindern anbieten, sprach Andrea Keienburg einen Dank aus. Begleitet wurde die Einweihung musikalisch von den Schülern Jessica Schindler, Marie Hellmich
und Killian Barfuß. Der Chor unter Leitung von Elisabeth Kopjar sang zwei Lieder, und das Grundschulorchester unter Leitung von Sabine Barfuß spielte drei Tänze. Tänzerisch wurden die dritte und vierte Klasse aktiv.
Nun werden die neuen Räume intensiv genutzt.ImErdgeschosswurde eine Wand
durchbrochen und aus Klassenräumen die Betreuungsräume für die zur Zeit 34
Schüler gemacht. Das nicht begehbare Dachwurde ausgebaut und mit modernen Klassenzimmern und Arbeitsräumen bestückt. Schließlich werden zum neuen Schuljahr drei Eingangsstufen kommen, eine davon mit Montessori-Profil. 

 

 

Märchen werden wahr 

 

Im März 2010 tauchte die ehemalige vierte Klasse der Grundschule Ahrbergen in die Märchenwelt ein. Es wurden Märchentexte gelesen, gespielt, gehört, gemalt und geschrieben. Die Kinder waren fasziniert und gefesselt von dieser anderen und zugleich so bezaubernden Welt der Märchen. Gemeinsam verwandelte sich unser Klassenzimmer immer mehr in ein Märchenzimmer. Überall sah man Bücher und Gegenstände aus den unterschiedlichsten Märchen und ein eigens dafür errichteter Vorleseplatz schaffte zusätzlich Atmosphäre.

Die Freude der Kinder an dieser Einheit spiegelte sich in ihren Aufsätzen wider. Die Texte waren allesamt sehr gelungen und bestätigten mich darin, dass Märchen Kinder verzaubern und bezaubern können.

Aus meiner Freude heraus kam mir der Einfall, die Märchen der Kinder in einem Buch für die Klasse festzuhalten. So tippten die Kinder ihre Märchen ab und ich ließ die Seiten als Buch binden. Aus unserem Buch für die Klasse erwuchs schließlich die Idee, die Märchen der Kinder in einem richtigen Buch zu veröffentlichen. So suchten wir die Begleitung durch eine professionelle Märchenerzählerin, Ingrid Jesussek, wie auch die Unterstützung durch einen Verlag. Der Ostfalia-Verlag ist ein Regionalverlag, der thematisch in seinen Publikationen auch in der Region Hildesheim zu Hause ist. In seinem Verlagsprogramm erscheint das Buch; der Erlös aus dem Buchverkauf geht zu Gunsten der Schule.

Nachdem ein Verlag gefunden war, folgte in den nächsten Wochen und Monaten die Arbeit an den Texten und deren Illustrationen. Gemeinsam mit den Kindern besprach ich die Texte und Fragen an den Inhalt wurden geklärt. In diesem Zusammenhang überarbeiteten die Kinder ihre Texte. Daran schloss sich die Illustration der Märchen an. Auch hier sollten es die Kinder selbst sein, die ihre eigenen Märchen bildnerisch umsetzen. In diesem Sinne konnten die Kinder die Entwicklung ihres eigenen Buches direkt mitverfolgen und mitgestalten.

Derzeit haben wir schon einige Partner gefunden, die unsere Idee durch finanzielle Mittel unterstützen möchten. Vielen Dank, dass Sie an unsere Idee glauben.

Dyck & Stratemann                                              koxinel – Spiele und Ideen

Landschaftsverband Hildesheim e.V.                       Tönskämper GmbH

Willibald Völsing KG

Sobald die Finanzierung komplett gesichert ist, wird man auf unserer Homepage von der Veröffentlichung erfahren.

Die unten abgebildete Beispielseite aus unserem Märchenbuch macht hoffentlich Lust auf mehr!

 

Ahrbergen/Hannover. 2008. Streit selber schlichten, das lernen schon die jüngsten Grundschüler in Ahrbergen. Für das Projekt „Friedlich, freundlich, fair" ist die Schule gestern in Hannover bei einem landesweiten Wettbewerb ausgezeichnet worden.

Wie Streithähne wieder Frieden schließen

Lob vom Ministerpräsidenten: Grundschule Ahrbergen wird bei landesweitem Wettbewerb „Fair bringt mehr" ausgezeichnet

In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 25.6.2008, S. 19.

Ahrbergen/Hannover (sky). Sich streiten, bringt Ärger und manchmal auch Prügel. Dem wollen Ahrbergener Grundschüler einen Riegel vorschieben. Für ihr Streitschlichterprojekt erhielten sie gestern Nachmittag in Hannover eine hohe Auszeichnung. Auch Ministerpräsident Christian Wulff gratulierte dem Nachwuchs zum dritten Platz beim landesweiten Wettbewerb.

 

Manchmal liegen auch bei Grundschülern die Nerven blank, dann bricht einer einen Streit vom Zaum. Alltag auch an der Grundschule in Ahrbergen. Die Folge: Immer wieder klopfte ein heulendes Kind am Lehrerzimmer und suchte Unterstützung. Doch das Kollegium hat sich das nicht einfach angeschaut, sondern suchte eine Lösung. Gefunden hat sie die pädagogische Mitarbeiterin Sabine Scholz-Gurr.

 

Die 46-Jährige hat sich zum Thema Streitschlichtung schlau gemacht, Konzepte verglichen und schließlich ein eigenes entwickelt. „Friedlich, freundlich, fair" nennt sie es. Einfach und erfolgreich, könnte man hinzufügen. „Die Kinder sind besonnener geworden", zieht Ulrike Völk Bilanz. Sie ist die Klassenlehrerin der so genannten Eingangsstufe an der Grundschusle Ahrbergen. Dort werden die Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet.

 

Einigung per Handschlag: An der Grundschule Ahrbergen trainieren Erst- und Zweitklässler das Vertragen nach dem Streit. Entwickelt hat das Konzept die pädagogische Mitarbeiterin Sabine Scholz-Gurr.

 

Für die ist die Teilnahme an der Ausbildung zum Streitschlichten verpflichtend, erklärt Sabine Scholz-Gurr ihr Konzept: „Wenn man früh anfängt, es den Kindern beizubringen, wirkt sich das auf später aus." Seit Februar trainieren die Sechs- bis Neunjährigen, wie man auf eigene Faust Ärger aus den Weg räumen kann. „Wir bilden keine Konfliktlotsen oder Streitschlichter aus", betont die Pädagogin. Ihr geht es darum, dass nicht Außenstehende das Problem anpacken, sondern die Streithähne selbst.

 

Die Methode ist simpel und kann jederzeit an jedem Ort angewandt werden, berichtet der achtjährige Andrei. Es gibt sieben Stufen, in der Schule wird mit der Treppe gearbeitet oder mit einem selbstgebauten Holzpodest. „Man kann auch einfach sieben Steine nehmen", sagt Andrei. Wie bei dem Streit mit seinem Freund um den einzigen Bleistift. Als die beiden Jungs sich in die Haare gerieten, machte Andrei einen Rückzieher und schlug vor, sich zu einigen.

 

„Friedlich, freundlich, fair" Ahrbergen

(sky). Die Methode zum Streitschlichten, die die pädagogische Mitarbeiterin Sabine Scholz-Gurr erstellt hat, basiert auf sieben einzelnen Schritten. Die Grundidee: Aus Streitenden werden Partner.

 

Jeder Streithahn hat an der Grundschule Ahrbergen das Recht auf Schlichtung. Stimmt das Gegenüber nicht zu, werden erst dann die Lehrerinnen eingeschaltet. Die halten sich dann aber aus dem Schlichten heraus. Das müssen die Beiden selbst übernehmen. Schritt eins: Zuerst wird geklärt, ob beide einverstanden sind, nach einer Lösung zu suchen. Als Zweites erklären sie sich bereit, sich an die vier Grundregeln zu halten: ausredenlassen, ehrlich sein, nicht beleidigen und zuhören, was der Andere sagt.

 

Ist das geklärt, erzählen Beide im Wechsel, ihre Geschichte. Als nächstes müssen Beide genau berichten, was eigentlich Schlimmes passiert ist. Der nächste Schritt ist dann, eine Erklärung anzubieten, warum es passiert ist oder man sich so verhalten hat.

 

Schritt sechs verlangt von den Streitenden, Lösungen vorzuschlagen, um das Problem zu beseitigen. Hat man sich geeinigt, folgt der Handschlag. Dabei müssen sich die Beiden in die Augen schauen.


Die Regeln sind in einem kleinen Handbuch zusammengefasst, die jeder Schüler nach seiner Ausbildung mit abschließender Prüfung erhält. Begonnen wird von der ersten Klasse an.

 

Das Projekt soll sehr früh die Eigenständigkeit fördern", sagt die Pädagogin. Nach und nach werden alle Schüler die Methode anwenden können. Vergessen geht nicht: „Jeder trägt ein kleines Handbuch mit den Regeln bei sich." Ein Konzept, das die hochkarätige Jury des landesweiten Wettbewerbs „Fair bringt mehr" überzeugt hat.

 

Ausgerichtet wurde der von den Volksbanken und Raiffeisenbanken. In der Jury sitzen unter anderem die FIFA-Schiedsrichter Florian Meyer und Michael Weiner, Uwe Kolmey, Direktor des Landeskriminalamtes sowie der Landesmusikrat und der Niedersächsische Fußballverband.

 

Ministerpräsident Christian Wulff hat gestern Nachmittag die insgesamt 123 Einrichtungen gelobt, die sich dem Wettbewerb gestellt haben. Besonders freute ihn, dass dieser sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt habe und dass nun andere Bundesländer Niedersachsen nacheiferten. „Unsere Kinder sind ganz stolz", freut sich auch Rektorin Heidrun Engel. Beim Interview auf der Bühne bewies die achtjährige Celina Selbstbewusstsein.


Ohne zu stocken erklärte sie dem Saal, wie Streitschlichten in Ahrbergen funktioniert. „Es gibt 1.000 Möglichkeiten, an dem Wettbewerb mitzumachen", sagt Heidrun Engel. Ihre Schule kann auch 2009 wieder mit dabei sein. Gelohnt hat es sich. Über den Einsatz von 1.000 Euro als Preisgeld entscheidet demnächst der Schulvorstand. Die Rektorin hofft, dass ein Teil der neuen Bibliothek zugute kommen wird.

 

Mit Montessori die Schullaufbahn starten

Grundschule Ahrbergen richtet Lerngruppe mit Methoden der italienischen Reformpädagogin ein

In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 17.4.2008, S. 20.

Ahrbergen (sky). Die Pädagogik von Maria Montessori soll an der Grundschule Ahrbergen künftig Kindern helfen, Schule anschaulich und lebendig zu erleben. Und sie soll auch Hochbegabten Kindern eine Chance geben. Rektorin Heidrun Engel stellt das Modell vor.

 

Heidrun Engel ist eine leidenschaftliche Vertreterin der Montessori-Pädagogik. Sie hat, gemeinsam mit ihrer Ex-Kollegin Sieglinde Soppa, vor etlichen Jahren in der Drispenstedter Ganztagsschule diesen reformpädagogischen Zweig ins Leben gerufen. Mittlerweile ist sie Rektorin in der Grundschule Ahrbergen, an der viele Lehrerinnen tätig sind, die sich bereits in der Montessori-Pädagogik fortgebildet haben.


Zum nächsten Schuljahr soll an der Grundschule in Ahrbergen nun eine neue Lerngruppe eingerichtet werden, die auf der Grundlage der von der 1870 in Italien geborenen Ärztin entwickelten Pädagogik basiert.

 

„Die Lernmaterialien eignen sich für einen Unterricht, der schwachen Kindern eine Chance gibt, mitzuhalten und gleichzeitig Hochbegabte fördert", fasst Heidrun Engel zusammen. Die von Maria Montessori im Laufe ihrer pädagogischen Arbeit entwickelten Lernmaterialien setzen auf die starke Veranschaulichung von abstrakten Vorstellungen, wie beispielsweise in der Mathematik. „Die Kinder werden schnell mit dem Zahlenraum bis 1000 vertraut, lernen die Grundrechenarten und können sogar Wurzelziehen oder Potenzen bilden", wirbt die Rektorin für das Konzept. Die Materialien und die Arbeitsweise eignet sich auch für anderen Unterricht wie Deutsch oder Sachkunde. Religion, Kunst und Musik werden im Epochenunterricht angeboten. Bei Sport bleibt alles beim Alten.

 

Rektorin Heidrun Engel möchte für die Grundschule Ahrbergen einen Montessori-Zweig einrichten. Gearbeitet wird mit dem Lernmaterial der Reformpädagogin Maria Montessori. Das soll schwache Schüler und Hochbegabte gleichermaßen fördern.

 

Heidrun Engel ist ausgebildete Montessorilehrerin. Sie will die geplante Lerngruppe am kommenden Montag, 21. April, um 20 Uhr in der Grundschule Ahrbergen vorstellen. Dort wird bereits seit geraumer Zeit mit der so genannten Eingangsstufe gearbeitet. In jahrgangsgemischten Lerngruppen arbeiten Erst- und Zweitklässler zusammen. Wenn Heidrun Engel genügend Zustimmung bei den Eltern gewinnt, wird auch eine eigene Montessori-Lerngruppe eingerichtet. Rechnerisch gelingt ihr das, wenn mindestens zehn Kinder zusätzlich in Ahrbergen angemeldet werden.

 

„Wir wollen unseren Nachbarschulen keine Konkurrenz machen", betont sie ausdrücklich. Bevor sie sich an die Zeitung gewandt hat, informierte sie im Vorfeld die benachbarten Schulen. Aus ihren Drispenstedter Erfahrungen zieht sie die Hoffnung, dass in dem neuen Zweig eine „anregende Lernumgebung geschaffen wird", die die Selbstständigkeit der Kinder fördert. „Jedes Kind wird individuelle in seiner geistigen, seelischen und sozialen Entwicklung begleitet", sagt Heidrun Engel.

 

Und das entspricht genau der Methode von Maria Montessori, die ihre Pädagogik aus persönlicher Anschauung entwickelt hat und dabei auch ihre naturwissenschaftliche Qualifikation mit ins Spiel gebracht hat, erklärt die Rektorin.

 

„Mit unserem Angebot wollen wir die Schullandschaft im Landkreis vielfältiger machen", kündigt die Rektorin an. Kommt der Montessori-Zweig zustande, wäre das im Landkreis, neben dem Angebot in Drispenstedt, eine Premiere.Der Informationsabend zur Montessori-Lerngruppe ist am Montag, 21. April, um 20 Uhr in der Grundschule Ahrbergen. Anmeldungen zur Aufnahme in die Lerngruppe nimmt das Sekretariat unter der Telefonnummer 0 50 66/6 93 entgegen.


Mehr Zeit für schwächere Schüler

Ahrbergen führt zum kommenden Schuljahr Eingangsstufe ein / Zwei neue Lerngruppen

Ahrbergen/Sarstedt (ahr). Thien-An rechnet gern und spielt in Pausen
am liebsten Schach mit seinem Freund Falko. An sich nichts Besonderes.
Doch der Junge mit dem asiatischen Einschlag ist gerade mal sechs Jahre
alt und besucht die erste Klasse der Ahrberger Grundschule. Um
Überflieger wie Thien-An in Zukunft besser fördern zu können, führt die
Grundschule zum kommenden Schuljahr die Eingangsstufe ein.


Die Kernidee: Erste und zweite Klasse werden gemeinsam unterrichtet;
Kinder, die bereits weiter entwickelt sind, durchlaufen diese Stufe in
einem Jahr, Kinder, die intensiver gefördert werden müssen, können bis
zu drei Jahre in ihr bleiben.


„Gerade für schwächere Schüler bietet die Eingangsstufe große Vorteile",
berichtet Elisabeth Paetow, Rektorin an der Grundschule Ahrbergen. Denn
in der ersten und zweiten Klasse können sie nicht sitzenbleiben, es sei
denn, die Eltern stellen einen entsprechenden Antrag. Folge: Schwächere
Kinder werden durchgeschleppt, haben bereits in der dritten Klasse so
große Lücken, dass sie nicht mehr richtig im Unterricht mitkommen.
„Dadurch werden viele frustriert oder gar verhaltensauffällig",
berichtet Paetow.


Solche Effekte seien durch die Eingangsstufe zu vermeiden, hofft die
Grundschulleiterin. „In ihrer Lerngruppe können Schüler, die sich früher
als Versager gefühlt hätten, nun den Jüngeren helfen", erklärt Paetow.
Mit dem Modell beschäftigt sie sich bereits seit einem Jahr. Doch erst
im März entdeckte sie im neuesten Schulverwaltungsblatt die Möglichkeit,
es auch hier zu praktizieren. Eine Kollegin erklärte sich spontan
bereit, eine der beiden neuen Lehrgruppen zu übernehmen.


Auf der Gesamtkonferenz vor anderthalb Wochen stimmten Kollegium und
Elternrat dem Vorhaben mit einer Enthaltung zu. „Damit seien wir die
ersten in der Region, hat mir Schulamtsdirektorin Johanna Hämel
versichert", erzählt Paetow.


Sie rechnet zum 1. August mit 33 ABC-Schützen. Sie werden in zwei
Lerngruppen aufgeteilt. Nach einem Jahr dann werden diese mit den neuen
Erstklässlern aufgefüllt, während noch eine dritte Gruppe entsteht. Vom
1. August.2004 an läuft die Eingangsstufe dreizügig. Das ist nur mit
einem erhöhten Personaleinsatz zu leisten. „Wir erhalten zusätzliche
Stunden, die direkt in den Gruppen eingesetzt werden", erläutert Paetow.
Trotzdem bleibt ein großer Organisationsaufwand.


Um den Eltern das neue Modell zu erklären, veranstaltet die Grundschule
Ahrbergen am Montag, 5. Mai, um 20 Uhr in der Schule einen
Informationsabend.


Dass das neue Modell bei aller Einfachheit der Grundidee auch einige
komplizierte Elemente in sich birgt, weiß Paetow. „Auch ich habe ein
bisschen gebraucht, bis ich es ganz durchschaut hatte", berichtet sie
schmunzelnd.


(c) 2003 Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Jahr=2003; Monat=04; Monat=Apr; Tag=04; Tag=Fr


 

Schulfest zum 50-jährigen Bestehen

Autor: Jürgen Nacke

"Schule früher und heute"

 

Ahrbergen (jn). Vom Wetter begünstigt feierte die Ahrberger Grundschule das 50-jährige Bestehen ihres Schulgebäudes. Das war ein guter Grund, den gelungenen Erweiterungsbau mit seiner hellen Fassade vorzustellen und gebührend einzuweihen.


Das Lehrerkollegium hatte sich mit den Schülern entschieden, das Jubiläum unter dem Motto "Schule früher und heute" ausgiebig zu feiern. Alle Klassen entschlossen sich, bunte Spiel und verschiedene Aufführungen anzubieten, wie sie im Schulalltag vor Jahrezehnten üblich waren.


In der Turnhalle wurde von jungen Schülern eine Bühne hergerichtet. Umringt von vielen Zuschauern sind dort mit musikalischer Unterstützung Tänze und Märchenspiele aufgeführt worden. Gleichfalls herrschte ebenso auf der grünen Schulwiese ein bunter Spielbetrieb. Aus Erfahrung und eigener Fantasie hatten sich die Veranstalter und Schüler viel einfallen lassen.


Man konnte mit Stelzen laufen, den "Lukas" schlagen oder sich mit vorhandenen Spielgeräten beschäftigen.


Andere Schülerinnen malten ebenso wie junge Gäste das Logo der Schule auf T-Shirts oder sie konnten aus Filz und Seife Bälle kneten. Wer von den Besuchern das Schulgebäude mit seinen neuen Anbau und den Sieben Klassenzimmern und Nebenräumen näher kennenlernen wollte, hatte auch dazu gute Gelegenheit. Alte Fotos und Schulbücher, Dokumente und Lernmittel aus der Vergangenheit gaben Auskunft aus dem Schulalltag vor 50 Jahren.


Während des Nachmittags sorgte auf dem schattigen Innenhof eine Cafeteria mit Köstlichkeiten für das leibliche Wohl. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf ist geplant, zusätzliche Spielgeräte für die rund 100 Schulkinder zu beschaffen.


 

Umweltschule 2002

Autor: Björn Ahrend

"Power-Frühstück" und Müllsammel-Projekt in Ahrbergen

 

Ahrbergen (ahr). Vor vier Jahren war es die Umgestaltung des Schulhofes, vor zwei Jahren das Projekt "Müll sammeln und vermeiden", nun hat die Grundschule Ahrbergen wieder Grund zum Feiern. Bereits zum dritten Mal in Folge darf sie sich "Umweltschule in Europa" nennen.


Vergangene Woche hatten Schulleiterin Elisabeth Paetow und Grundschullehrerin Sabine Franke-Limmeroth die Urkunde und Fahne in Hannover aus den Händen von Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper und Umweltminister Wolfgang Jüttner entgegengenommen. Gestern präsentierten die Grundschulpädagoginnen beides ihren Schülern.


Und nicht nur denen. Auch viele Eltern waren in die Grundschule gekommen, um dabei zu sein. Das hat einen besonderen Grund. Seit zwei Jahren kümmern sich einmal im Monat etwa 20 Mütter darum, dass alle Kinder in der Grundschule ein reichhaltiges und gesundes Frühstück bekommen. In Absprache mit ihren Lehren haben die Mädchen und Jungen diese Einrichtung "Power-Frühstück" getauft.

 

Dieses besondere Mahl hielt die Jury für so ausgezeichnet, dass sie die Grundschule auch in diesem Jahr zur Umweltschule erklärte. Allerdings nur, weil die Ahrberger Kinder auch das Mülltrenn-Projekt fortgesetzt hatten.


Die erneute Teilnahme an dem Wettbewerb hatte wie bereits in den vergangenen Jahren Sabine Franke-Limmeroth organisiert. Für sie fand Schulleiterin Paetow nur lobende Worte. "Ihr Engagement ist einfach toll", betonte die Rektorin. Einen kräftigen Applaus spendeten Lehrer und Kinder natürlich auch den anwesenden Müttern. Die vielen "Zugabe"-Rufe ließen vermuten, dass es auch in den kommenden Jahren das "Power-Frühstück geben wird.


Die Fahne soll indes einen eigenen Platz im Forum der Grundschule Ahrbergen bekommen. Zusammen mit dem Tuch aus dem Jahr 2000 soll sie die Kinder stets daran erinnern, was sie geleistet haben. Aber auch, dass Umweltschutz keine einmalige Aktion ist.


 

DER SCHULANBAU

Datum: 04.10.2001, HiAZ, AUTOR: THOMAS WEDIG

Nur die Wand aus Kuchen fehlt

 Neuer Anbau der Grundschule Ahrbergen übergeben / Großes Fest im nächsten Jahr

 

Ahrbergen  (tw). Die Wände sind aus Kuchen, und gelbe Brause fließt aus dem Wasserhahn. So stellen sich Ahrberger Grundschüler ein Lern-Paradies vor - augenzwinkernd, in einem Lied, das sie zur Einweihung ihres neuen Anbaus sangen. Der bietet zwar die genannten paradiesischen Zustände nicht ganz, aber für rund eine Million Mark Baukosten trotzdem eine ganze Menge: ein Forum für gemeinsame Veranstaltungen, zusätzliche Klassenräume, neue Büros für die Verwaltung, neue Toiletten - und im Dachgeschoss die Möglichkeit, bei Bedarf noch zwei weitere Klassenräume einzurichten.

 

Gebührend feiern wollen die Ahrberger ihr neues Schmuckstück im nächsten Jahr. Denn dann steht am 14. Juni ohnehin die Feier des 50-jährigen Bestehens der Schule auf dem Programm. Nun nahmen sie den Anbau im Rahmen einer kleinen Vorfeier offiziell in Betrieb.

 

Der Giesener Bürgermeister Ferdinand Rössig und Bauamtsleiter Peter Klose überreichten Schulleiterin Elisabeth Paetow den Schlüssel für das Gebäude. Pfarrer Siegfried Peters und Pastor Christian Castel segneten das Haus. Die Kinder lockerten die Einweihung mit lustigen Liedern auf.

 

Eine Million. Wie viele Nullen diese Zahl habe, wollte Bürgermeister Rössig von den Grundschülern wissen. Die antworteten prompt. Es komme nicht häufig vor, dass ein solcher Neubau übergeben werden, ergänzte Rössig. „Die anderen Grundschulen in der Gemeinde werden neidisch sein." Vor allem in Giesen und Hasede. Dort sind demnächst auch Anbauten nötig, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden.

 

Bauamtsleiter Klose, der den Bau zusammen mit seinem Mitarbeiter Djalil Kutschi konstruiert hatte, erinnerte daran, dass die Ratsgremien von zehn Vorschlägen letztlich den aufwändigsten ausgesucht hatten. „Das war eine weise Entscheidung."

 

Ortsbürgermeister Gerhard Nowitzki appellierte an Rössig, die Gemeinde Giesen solle nun bald ein neues Baugebiet in Ahrbergen erschließen - und damit den Schüler-Nachwuchs für die schöne neue Schule sichern. Klaus-Jörg Fielsch bedankte sich im Namen des Elternrates für den großzügigen Neubau, er lobte auch besonders die Kinder: „Ihr wart während der Bauarbeiten lieb und ordentlich, es ist nicht passiert."

 

Auch den Kindern selbst gefällt das Haus anscheinend. Als der Ortsbürgermeister sie fragte, ob das Haus schön sei, war die Antwort spontan, laut und deutlich: „Jaaaaaaa".

 

Datum: 22.09.2001, HiAZ, AUTOR: THOMAS WEDIG

Akustik wie im Bundestag

 Anbau der Ahrberger Grundschule pünktlich fertig / Knapp eine Million Mark Baukosten

 

Ahrbergen (tw). Rund eine Million Mark hat sich die Gemeinde Giesen eine Erweiterung der Grundschule in Ahrbergen kosten lassen. Nächste Woche wird der Anbau offiziell übergeben. „Inoffiziell" haben die Schüler die neuen, hellen Räume schon in Besitz genommen.

 

Und sie können fast dieselbe Arbeits-Atmosphäre wie die Mitglieder des Deutschen Bundestages in Berlin genießen - zumindest, was die Akustik im neuen,  90 Quadratmeter großen Forum betrifft. „Der Spritzputz an der Decke ist der gleiche wie in Berlin", erläutert der Giesener Bauamtsleiter Peter Klose. Er hat den Anbau zusammen mit Djalil Kutschi und anderen Mitarbeitern des Bauamtes selbst geplant und entworfen. Die Gemeinde sparte dadurch das Architektenhonorar, die Baukosten sollen mit angepeilten 965 000 Mark knapp unter der Millionen-Grenze bleiben.

 

„Das könnte ein Modell für Anbauten in anderen Grundschulen der Gemeinde sein", sagt Gemeindebürgermeister Ferdinand Rössig. Schließlich stehen solche in Giesen und Hasede an. Durch Baugebiete steigt die Zahl der Einwohner und mit ihr die der Schüler, neue Klassenzimmer müssen her.

 

Im Ahrberger Anbau sind neben dem Forum, neuen Sanitär- und Verwaltungsräumen auch zwei Klassenzimmer untergebracht. Außerdem ist das Gebäude so konstruiert, dass die Gemeinde bei Bedarf in einigen Jahren ohne großen Aufwand im Dachgeschoss weitere Räume einrichten könnte. Der Anbau hat eine Nutzfläche von 460 Quadratmetern.

 

Rektorin Elisabeth Paetow freut sich besonders über das neue Forum. „Jetzt können an größeren Veranstaltungen endlich alle Schüler gleichzeitig teilnehmen", freut sie sich.

 

Wo jetzt der neue Anbau steht, erstreckte sich vorher ein langer Trakt, in dem unter anderem die Toiletten lagen. Die Gemeinde wollte ihn zunächst erhalten, doch das erwies sich dann als problematisch. Der alte Trakt wurde Mitte März abgerissen, schon nach den Sommerferien zogen die Schüler in das neue Gebäude. Die Einweihungsfeier soll im Juni kommenden Jahres nachgeholt werden. Denn dann besteht die Schule 50 Jahre. Nun gibt es gleich zwei Gründe zum Feiern.

 

Datum:19.05.2001, HiAZ, AUTOR: HORST BERGER

Grundschule Ahrbergen wird erweitert

 Gemeinde Giesen investiert 965 000 Mark / Grundstein gelegt

 

Ahrbergen  (hb). Eine umfangreiche Erweiterung hat in der Grundschule in Ahrbergen begonnen. Die Gemeinde Giesen stellt dafür als Schulträger 965 000 Mark bereit. Bürgermeister Ferdinand Rössig brachte nun bei der Grundsteinlegung seine Freude zum Ausdruck, dass die Schule mit dem Anbau und der positiven Entwicklung der Schülerzahlen auch für die Anforderungen der „Verlässlichen Grundschule" gerüstet sei. An der kleinen Feierstunde nahmen neben Rektorin Elisabeth Paetow und ihrem Kollegium auch Baumeister Hubert Beike mit seinem Team, Vertreter des Schulelternrates, Ortsbürgermeister Gerhard Nowitzki sowie Vertreter von Rat, Ortsrat und Verwaltung teil. Der Rat der Gemeinde hatte am 11. Oktober einstimmig beschlossen, die Schule nach den Entwürfen umzubauen, für die sich die Fachausschüsse der Gemeinde zusammen mit dem Lehrerkollegium und den Elternvertretern entschieden hatte. Demnach sollen zwei allgemeine Unterrichtsräume, neue sanitäre Anlagen, Räume für die Verwaltung und ein Forum entstehen. Außerdem wird der Pausengang überdacht.

 

Ziel sei es, so der Bürgermeister, den Umbau mit dem Beginn des Schuljahres 2001 / 2002 in Betrieb zu nehmen. Das Projekt sei eine wichtige Investition in die Zukunft. Das bestätigte auch Ortsbürgermeister Gerhard Nowitzki, der auf die Entwicklung des Ortes Ahrbergen hinwies und unterstrich, wie wichtig die Schulerweiterung sei. Bauamtsleiter Peter Klose erläuterte im Anschluss die geplante Baumaßnahme anhand einer Bauzeichnung. Mit dem Einlassen einer Messingrolle, die unter anderem Bauunterlagen, einen Auszug aus dem Ratsprotokoll vom Oktober 2000 und die aktuelle Ausgabe der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung enthielt, wurde die offizielle Grundsteinlegung vollzogen.

 

DAS POWER-FRÜHSTÜCK

Datum: 03.07.2001, HiAZ, AUTOR: BJÖRN AHREND

Ahrberger Kinder frühstücken gesund

 

Ahrbergen  (ahr). Ihr „Power-Frühstück" ließen sich die Schüler der Grundschule Ahrbergen schmecken. Statt „Bifi" und „Milchschnitte" gab es Äpfel, Müsli und andere gesunde Speisen. Die vierte Klasse hatte das Büfett zusammen mit Lehrerin Claudia Goltermann aufgetischt. Diese Aufgabe übernehmen normalerweise die Eltern. Weil die dieses Mal keine Zeit hatten, packten die Viertklässler selber an. Den Mitschülern gefiel das Frühstück, Schulleiterin Elisabeth Paetow fand die Aktion „einfach toll".  Foto: Ahrend

 

Datum: 22.03.2001, HiAZ, AUTOR: TAREK ABU AJAMIEH

Wer Eier isst, wird abgestempelt

 An der Grundschule Ahrbergen gibt es alle zwei Monate ein „Power-Frühstück"

 

Ahrbergen  (abu). An Unterricht ist in der dritten Stunde nicht zu denken. Genüsslich kauen die Schüler an Karotten und Honigbroten, Müsli und Äpfeln. Und was macht die Klassenlehrerin?Sie beißt in ihr Käsebrötchen und grinst fröhlich in die Runde.

 

Natürlich sind Kinder und Lehrer in der Grundschule Ahrbergen nicht weniger fleißig als anderswo. Doch alle zwei Monate gibt es einen kleinen Festtag:In der ersten großen Pause wartet ein kaltes Büfett am Schul-Eingang, das „Power-Frühstück".

 

Die Idee stammt von der Lehrerin Sabine Franke-Limmeroth. Sie besuchte 1998 eineVeranstaltung über „gesundeErnährung". Dort stellten viele Schulen Projekte vor. Auch in Ahrbergen hatte es solch eine Initiative gegeben, allerdings zur Umgestaltung des Schulhofes. Die brachteAhrbergen den Status einer „Umweltschule" ein.

 

„Das empfand ich als Verpflichtung", erzählt SabineFranke-Limmeroth. Sie habe sich schon vorher über die Frühstücks-Gewohnheiten vieler Schüler geärgert:„Nutella-Toast in Plastikfolie", bemerkte die Lehrerin häufiger. „Das ist ungesund und produziert Abfall."

 

Bei vielen Eltern rannte sie offene Türen ein, das „Power-Frühstück" war geboren. Eine Gruppe von etwa zehn Müttern übernimmt die Vorbereitung:Die Frauen kaufen ein, schmieren Brötchen, schneiden Karotten und Gurken klein. Das alles präsentieren sie den Schülern auf einem kaltenBüfett. Für zwei Mark darf jeder zugreifen, so oft er will. In der zweiten Pause ist für die ganz Hungrigen zumeist noch ein wenig übrig.

 

„Die Kinder waren gleich begeistert", berichtet SabineFranke-Limmeroth. Das Projekt zeigteWirkung, viele Eltern ließen sich von derFreude ihrer Kinder anstecken. „Inzwischen kommen immer mehr Kinder mit Käsebrot und Apfel zur Schule." Auch die Müll-Container vor der Schule sind nicht mehr so schnell voll.

Schulleiterin Elisabeth Paetow ist voll desLobes für die Eltern. Die zeigen sich von derAufgabe begeistert:„Wir lernen dabei ja auch dazu", lacht Bettina Plich. SichtbarerBeweis ist der neue „Ei-Stempel".Wer ein Ei nimmt, bekommt einen Stempel auf die Hand. Für die Gekennzeichneten sind Eier für den Rest des Tages tabu - auch das gehört zur gesundenErnährung.

(Tarek Abu Ajamieh)

 

Wenn der Schmetterling dem Käfer hilft

Keine erste und zweite Klasse: Grundschule Ahrbergen ist in
Niedersachsen eine der wenigen Schulen mit Eingangsstufe
Ahrbergen (tw). Felix gerät beim Lesen ins Stocken. Kein Wunder,
schließlich ist er Erstklässler und gerade mal ein halbes Jahr in der
Schule. Laurin, Zweitklässler, sitzt ihm gegenüber. Er zeigt seinem
Mitschüler, an welcher Stelle im Text er noch einmal mit dem Lesen
soll. Laurin gibt seine Erfahrung in der Eingangsstufe der
Ahrberger Grundschule weiter. Hier gibt es keine erste und zweite Klasse
mehr, beide Jahrgangsstufen werden in einer Gruppe unterrichtet. Die
Erstklässler sind die „Käfer", die Älteren die „Schmetterlinge".


Schmetterling hilft Käfer - und profitiert auch selbst davon. Das
Projekt ist in Ahrbergen im vergangenen Schuljahr angelaufen. Da war die
Grundschule eine von nur zehn Einrichtungen in ganz Niedersachsen, die
sich an diese neue Organisation des Unterrichtes heranwagten. „Wir sind
damals ins kalte Wasser gesprungen", sagt Schulleiterin Elisabeth
Paetow. „Nach dem Motto: Wege entstehen beim Gehen."


 Doch das Wagnis habe sich gelohnt, meint sie heute. Beeindruckt stellte
das Kollegium fest, dass sich die Kinder gegenseitig ziemlich
wirkungsvoll unterstützen. So seien die Lerngruppen mit dem Stoff jetzt
schon weiter als die Klassen im Vorjahr. Außerdem hätten auch viele
Eltern berichtet, ihre Sprösslinge seien wesentlich selbständiger
geworden, sie fragten weniger bei den Hausaufgaben.


In der Eingangsstufe bleiben die Kinder in der Regel zwei Jahre. Möglich
ist jedoch auch, dass gute Schüler schon nach einem Jahr in die dritte
Klasse wechseln - oder dass schwächere Schüler noch ein Jahr dranhängen.
„In diesem Fall fühlen sie sich aber nicht als Versager wie vielleicht
 mancher Sitzenbleiber", erläutert die Schulleiterin. Die Kinder blieben
schließlich in der gewohnten Gruppe und könnten hier als Größere den
Kleineren helfen - was wiederum das eigene Selbstvertrauen stärke. Von
den neuen Lerngruppen profitieren nach den Erfahrungen der Ahrberger
Lehrerinnen auch besonders gute Schüler. „Wir haben mehr Freiraum, jeden
individuell zu fördern", sagt Elisabeth Paetow.


Das bedeute allerdings einen „Haufen Mehrarbeit" für das Kollegium. Jede
Woche werde genau geplant. In jeder Stunde müsse möglichst genau
feststehen, was die Lehrerin mit den Erst- und Zweitklässler macht - sei
es zusammen oder getrennt. Frontalunterricht, bei dem der Lehrer vor der
Tafel steht, ist in der Eingangsstufe eher die Ausnahme.


Die Kinder können erledigte Aufgaben auf einem großen Plan abhaken, der
vorn im Klassenzimmer steht. Verbunden mit dem neuen Modell sind einige
zusätzliche Lehrerstunden: Zweimal pro Woche ist dadurch eine
Doppelbesetzung möglich, das heißt: Zwei Pädagogen können sich den
wissbegierigen Knirpsen je nach deren Bedürfnissen widmen.


Die Schulleiterin hofft, die besonders begabten Schüler künftig noch
besser fördern zu können. Ahrbergen hat sich zusammen mit einem Dutzend
anderer Schulen aus der Umgebung, darunter das Gymnasium Sarstedt, zu
einem so genannten Kooperationsverbund zusammengeschlossen. Er soll neue
Wege der Förderung über zusätzliche Lehrerstunden erschließen. Das
Konzept steht noch nicht endgültig fest, zunächst haben die Schulen erst
einmal den Antrag gestellt.


Gegenseitiges Motivieren in gemischten Altersgruppen spielt wie in der
Eingangsstufe auch bei einem anderen Projekt der Ahrberger Grundschule
eine Rolle: Unter dem Motto „Book-Buddy" lesen Grundschüler regelmäßig
Kindergartenkindern etwas vor - dann fühlen sich die kleinen Vorleser
ganz groß.